Übersicht

Diabetesprävalenz in der Gesamtbevölkerung nach Typ Nach Schätzungen aus Daten lag die Diabetesprävalenz (d. h. der Anteil der wegen Diabetes behandelten Patienten an der Gesamtbevölkerung) in Deutschland im Jahr 2007 bei 8,9 %. In Zahlen sind dies über ca. 7 Mio. Menschen in Deutschland, die wegen eines Diabetes mellitus behandelt wurden. Dabei sind ca. 5–10 % der an Diabetes Erkrankten an Typ 1 erkrankt, ca. 90 % an Typ 2.


Diabetes Mellitus

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(Zuckerkrankheit) ist eine krankhafte Störung des Zuckerstoffwechsels. Der Blutzuckerspiegel der Betroffenen ist dauerhaft erhöht. Das schädigt mit der Zeit die Gefäße und verschiedenste Organe. Deshalb sollte Diabetes frühzeitig erkannt und behandelt werden. Lesen Sie hier Antworten auf alle wichtigen Fragen: Was ist Diabetes genau? Welche Symptome und Spätfolgen verursacht er? Wie bekommt man Diabetes? Wie wird die Zuckerkrankheit diagnostiziert und behandelt?


Hypoglykämie (Unterzuckerung)

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Eine Unterschreitung der normalen (physiologischen) Blutzuckerkonzentration wird als Hypoglykämie bezeichent. Bei den Normalwerten sind drei Alterstufen zu unterscheiden:

  • Neugeborene: 38-64 mg/dl
  • Säuglinge: 44-76 mg/dl
  • Erwachsene: 70-100 mg/dl

Fällt der Blutzucker unter ca. 2.8 mmol/l (50 mg/dl) ab, etwa wenn ein mit Insulin behandelter Diabetiker zu essen „vergisst“, bekommt der Betroffene Heißhunger, wird unruhig und zittrig. Fangen die Patienten diese Unterzuckerung (Hypoglykämie) nicht rasch durch Aufnahme schnell resorbierbarer Kohlenhydrate (Traubenzucker) ab, entwickelt sich – manchmal innerhalb weniger Minuten – ein hypoglykämischer Schock: Der Patient ist kaltschweißig und hat Bewusstseinsstörungen (evtl. delirante Symptome) sowie evtl, neurologische Ausfälle (z.B Lähmungen). Auf (intravenöse) Glukosegabe bessert sich das Befinden meist rasch.


Überzuckerung (Hyperglykämie) und diabetisches Koma (Coma diabeticuim)

Überzuckerung (Hyperglykämie) und diabetisches Koma (Coma diabeticuim)

Kommt es – z.B. durch Infekte, Diätfehler oder Insulinunterdosierung – zu einer stärkeren Überzuckerung (Hyperglykämie) mit hohen Blutzuckerspiegeln, so bemerkt der Betroffene zunächst Durst, vermehrte Harnausscheidung, trockene Haut, Übelkeit und Schwäche. Werden diese Warnzeichen missachtet, kann sich ein lebensbedrohliches diabetisches Koma (Coma diabeticuim) entwickeln. Nicht selten zeigt sich ein Diabetes mellitus auch erstmalig durch ein diabetisches Koma.

Für das beim Typ-2-Diabetiker häufige hyperosmolare Koma sind sehr hohe Blutzuckerwerte über 40 mmol/l (> 720mg/dl) und eine starke Exsikkose (ist die Austrocknung eines lebenden Organismus, die durch eine negative Flüssigkeitsbilanz entsteht.) des Patienten charakteristisch. Beim ketoazidotischen Koma) (vor allem bei Typ-1-Diabetikern) wird infolge des hochgradigen Insulinmangel die Lipolyse (Fettabbau) stark stimuliert, die produzierten Ketonkörper führen zum Abfall des Blut-pHs und damit zur Ketoazidose (= Übersäuerung durch zu viele Ketonkörper). Typisch ist ein Azetongeruch der Atemluft.

Beide Formen des diabetischen Komas müssen intensivmedizinisch durch Infusionen und Insulin behandelt werden.


Typ-1-Diabetes

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Der Typ-1-Diabetes macht sich meist bis zum 30. Lebensjahr bemerkbar. Er wird heute den Autoimmunerkrankungen zugerechnet. Wahrscheinlich lösen Virusinfekte (v.a. Coxsackie-B-Viren) bei bestimmter erblicher Veranlagung eine Antikörperbildung u.a gegen die B-Zellen des Pankreas mit nachfolgender Zerstörung der B-Zellen aus. Die Bauchspeicheldrüse produziert kaum oder gar kein Insulin mehr - man spricht von einem absoluten Insulinmangel.

Das klinische Bild entwicklet sich typischerweise innerhalb weniger Wochen bis Monate. Durch die erhöhte Zuckerausscheidung mit dem Urin (Glukosurie) kommt es zu einer Polyurie (großen Harnmengen), und obwohl der Patient großen Durst hat und viel trinkt (Polydipsie), trocket er aus (Exsikkose). Bei zunehmender Stoffwechselentgleisung treten Übelkeit und Bewusstseinstörungen hinzu. Der Blutzuckerspiegel (kurz BZ) ist deutlich erhöht (Hyperglykämie).


Typ-2-Diabetes

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Der Typ-2 Diabetes betrifft vor allem ältere, übergewichtige Menschen und macht mit 90% aller Diabetiker den Hauptanteil aus. Bei entsprechend Disponierten werden durch stete Überernährung mit entsprechend steigendem Inulinbedarf zuerst die Insulinrezeptoren in den Gewebe gegenüber Insulin unempfindlicher (Insulinresistenz).

Die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr Insulin produzieren, bis die B-Zellen nach Jahren "nicht mehr mit halten können" und es zum relativen Insulinmangel kommt - die Krankheit manifestiert sich.

Typ-2-Diabetiker fühlen sich meist zünächst schwach, oft leiden sie unter großem Durst und häufigem Harndrang mit Polyurie. Viele haben gehäuft bakterielle Infektionen, Pilzinfektionen oder Juckreiz. Nicht selten aber wird der Typ-2-Diabetes zufällig durch eine routinemäßige Bluzuckerbestimmung entdeckt.


Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

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Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) gilt als die häufigste Begleiterkrankung bei einer Schwangerschaft. Er tritt bei etwa 40 Prozent der Schwangeren auf. Meist verläuft er weitgehend symptomlos. Allerdings kann der Schwangerschafstdiabetes zu ernsthaften Komplikationen bei Mutter und Kind führen.

ACHTUNG: Besteht die Krankheit bereits vor der Schwangerschaft, wird dies nicht als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet.

INFO: Der Schwangerschaftsdiabetes wird auch als SS- Diabetes abgekürzt.

Ursachen: Die genaue Ursache des SS-Diabetes sind gröstentelis unbekannt, jedoch gehen Experten davon aus dass sie dem Diabetes Typ II sehr ähnlen.

RISIKOFAKTOREN: Adipositas (Übergewicht), Diabetes in der Familie, Frühgeburt oder Geburt eines Kindes mit einer Fehlbildung. Schwangere höheren Alters tragen ein gesteigertes Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes. Die Angaben der Experten schwanken zwischen > 25 Jahren und > 35 Jahren.

Bestimmte Medikamente wie zb. Betablocker oder die häufige Einnahme von Cortison sowie Antidepresiva haben ein häufigeres Risiko an SS-Diabetes zu erkranken.

Symptome:

  • häufige Harnwegsinfekte oder Scheidenentzündungen
  • gesteigerte Fruchtwassermenge
  • übermäßige Gewichts- und Größenzunahme des Ungeborene
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Behandlung: Bei den meisten Frauen mit SS-Diabetes lässt sich der Blutzuckerspiegel durch eine Ernährungsumstellung normalisieren. Auch sportliche Aktivitäten sind sinnvoll. Falls beides zusammen nicht ausreichend wirkt, sind Insulinspritzen nötig.

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